Mein Opa

Der heißt Dieter Müller

Der Name ist gerade nicht der Brüller

Ich will nicht sagen, er wär' nicht scheen

Nur ist zu häufig er zu seh'n

Denn Dinge, die zu zahlreich sind

Mann nicht für allzu gut befind'

Im Telefonbuch unserer Stadt

Findest du auch Müller satt

Und die Krönung ist, du glaubst es kaum

Der Dieter Müller braucht 'ne ganze Seite Raum

Und Müller, sag ich bitte

Heißt fast wirklich jeder Dritte

Ja so war es früher Brauch

Wes' Arbeit du machst, Des Namen trägst du auch

Der Müller war wichtig, er malt das Korn

Damit war er ganz weit vorn

Heut' in Deutschland weiß ein jeder Knilch

Bringt Herr Müller auch die Milch

Stand die Mühle am Wasser oder am Wind

Den Müller kennt ein jedes Kind

Er erscheint in Märchen und Sagen

Kannst die Brüder Grimm befragen

Erst rennt der Mensch dem Mammut hinterher

Doch das wurd' ihm bald zu schwer

Beim Sammeln er dann Gräser fand

Mit 'nem schönen Ährenstand

Malt man den dann ganz fein

Am besten zwischen schweren Stein'

Und gibt Wasser noch hinzu

Der Ofen backt ein Brot im nu

Heut' weiß man, aus der Saat

Gewinnt man reichlich Kohlehydrat, das der Körper zu Zucker verbrennt

Leistung braucht er permanent

Leider kommen Stücke von dem Stein

Auch in das Endprodukt mit rein

Und die mahlen deine Zähne klein

Wie das aussieht, kannst du seh'n

Musst zur Manuela geh'n

Zähne klein wie Mäusebeißer

Ansonsten ist die Frau der Reißer

Denn vor dem Verdauen

Sollst du richtig kauen

So nach tausend Jahren Ruh

Hol'n dich schlaue Leut ans Licht hinzu

Wenn die auf deine Zähne schauen

Wissen sie, du musstest Steinchen kauen

So nun, und das ist kein Mist

Dem Müller folgte der Dentist

Doch nun mein Herr und Gebieter

Zurück noch mal zum Müller Dieter

Als die Wirtschaftskrise groß

Da fiel er aus Mutters fruchtgem Schoß

Im schönen Leipzger Osten

Begann das Leben er zu kosten

Er war dann auch ein braves Kind

Wie es alle Müller sind

Früh schon wird denen mitgegeben

Auf der Welt da muß es Mühlen geben

Doch Menschen sind auch mächtig dumm

Bring' sich zu Tausenden um

Auch die Müller wurden nicht verschont

Die Tatsache dem Kriege innewohnt

Der Diktator wollte unbedingt den Sieg

Der Dieter musste noch in den Krieg

Da war er noch kein richt'ger Mann

D'rum der Feldherr nicht gewann

Bevor die Bomben fallen

Mußt er die Tommies vom Himmel knallen

Als ein Bunker stürzte ein

War der Dieter im Dunkel plötzlich allein

Das war nun mal gar nicht fein

Der Krieg war dann vorbei

Und die Herzen waren frei

Nur die Mägen waren leer

Der Dieter fand das gar nicht fair

Die Versorgung war besser beim Militär

Als der Dieter zwanzig und noch ein

Schlug Amors Pfeil bei ihm wohl ein

Mit der schönen Annelies

Ging er auf die Blumenwies

Sie war eine der sehr schönen Frauen

D'rum ließen sie sich trauen

Neue Lehrer braucht das Land

Sich hier was für den Dieter fand

Nun lehrte er and'rer Leute Kind

Wie man sich im deutschen find't

Später dann noch Biologie

Wie funktioniert das beim lieben Vieh

Als dann noch Zeit vergangen war

Die Lisbeth ihr erstes Kind gebahr

An der Elbe stein'gem Strand

1950 die Manu ins Leben fand

Die war so schön wie ihre Mutter

Brauchte nur zum sattwerden reichlich Butter

So hat man sie später weggegeben

Sie sollte mit 'nem Doktor leben

Sie selber war ein Lehrerkind

Ein Lehrer wird auch sie geschwind

Sie hat es mit Kunst und Historie

Nicht wie der Vater mit dem Vieh

Als der Dieter 41 war

Sie den ersten Enkel ihm gebar

Das fand der Dieter reichlich früh

Ein Tempo wie beim Hottehü

Weil er als Opa so bewegt

Wird noch ein Enkel nachgelegt

Sven und Sascha sind die beiden

Können ihren Opa leiden

Der eine Enkel später stürzt

Dabei sein Leben fast verkürzt

Weil sein Leben mit der Lisbeth so glücklich ist

Er sie später sehr vermisst

Im Jahre zwo-null-null-drei

Ist es mit dem Leben der Annelies vorbei

Es ist Trauer, es ist Schmerz

Doch dann öffnet sich erneut sein Herz

Kommt vom Friedhof er zurück

Dort fand er ein neues Glück

Die Lydia weinte am Grab daneben

Nun geht man zusamm durch's Leben

Ständig sind die beiden auf Achse

Ja, das Reisen liebt der Sachse

Glaub es oder nicht, 's is wahr

Der Dieter wird nun viermal zwanzig Jahr

Er gehört zum alten Eisen

Doch der Dieter will noch nicht vergreisen

Jetzt trägt er weiß das Haar

Opa ist einfach wunderbar

Nichts wünsch' ich sehnlicher mir:

Mach einen Uropa aus dir