Schmerzen wie'n schlag mit'm beil
Die fiese karies macht sich breit
Zum glück ist der dentist nicht weit
Ich musste letztens zum zahnklemptner und da ich ein warmduscher bin, bin ich auch ein zahnarztspritzenbettler. Der arzt hat mir also die spritze ins zahnfleisch getrieben. Sehr schön. Doch wenn ich gedacht hatte, ich würde von dem fiesen bohrer, der sich durch den durch die karies, die den zahnschmelz zerfraß, in richtung nerv bohrte, nichts spüren, so hatte ich mich geschnitten. Deshalb war ich von dem plötzlichen ziehen bis unter die schädeldecke auch so erschrocken, dass ich dem folterknecht fast den bohrer abbiß. Das hatte er nun davon, der schlächter. Der arzt bohrte dann noch ein ganzes weilchen und ich wurde den gedanken nicht los, dass er nun extra lange und energisch den bohrer in richtung nerv trieb, weil ich ihm fast den bohrer abgebissen hatte: "nun stell'n 'se sich ma nicht so an!" an dieser stelle hätte ich ihm gerne zahnstocher oder nägel unter die zehennägel treiben wollen. Ich wusste garnix von meiner tiefen, verborgenen sadistischen ader. Jedenfalls war er endlich fertig - ich auch! Doch nun wirkte die betäubungsspritze. Ich wollte meinen mund ausspülen, doch da ich meine mundmuskulatur nicht so richtig unter kontrolle hatte, spuckte ich meinen mundinhalt auf die schicken wildledertreter des zahnarzt. Eigentlich weiß ich nicht, wieso er mich noch mal bestellt hat, nach dem flurschaden den ich angerichtet hatte. Mein mund war völlig taub. Ich fühlte mich wie quasimodo, als hätte ich einen total verschobenen kiefer oder einen fußball im mund. Die schwester sprach ich mit: "esmeralda" an, d. h. ich sprach nicht wirklich, sondern komische laute kamen aus der öffnung, die da mund hieß. Doch sie musste es verstanden haben, denn sie streichelte mir zart über die stelle, wo eigentlich der buckel sitzt und sagte mit einer warmen stimme: "armer quasimodo!" Ich hätte sie in diesem augenblick gern geküsst. Jedoch konnte ich meine lippen nicht spitzen und sie sah auch nicht aus wie gina lollobridgida und ich wollte sie nicht einspeicheln, also ging ich. Endlich war ich draußen. Das mit der entspannungszigarette konnte ich vergessen. Ich konnte nix zwischen meinen lippen halten. Auch keine nahrung und flüssigkeit. Mein kumpel andy hatte mir wasser angeboten und ich hatte genickt. Der inhalt des glases lief mir lauwarm am körper hinab bis in die schuhe. Ich war froh, dass andy kein bier im haus hatte. Später kam noch christine, in die ich schon lange verliebt bin. Der speichel lief mir in bächen aus dem mund. Sie musste denken, dass ich auslaufe, denn der speichelstrom war inzwischen an meiner linken brustwarze angekommen. Hätte ich das t-shirt mal lieber anbehalten. Im fernsehen lief eine tierreportage von einer zahn-op bei einem tiger im zoo. Die großkatze wurde natürlich nicht extra betäubt, zumindest nicht örtlich, aber sie war ja sowieso mit einem schlafmittel in süße tigerträume gelegt. Als der bohrer anfing mit diesem fiesen geräusch zu singen, schaltete ich zum volxmusiknachmittag im zdf um.